Was aber nicht möglich ist, wäre Optimismus „auf Befehl“.
Wir können niemanden befehlen, optimistisch zu sein oder, womöglich auch noch gegen alle Hoffnung, zu hoffen.
Nicht einmal er selbst könnte es. Denn niemand kann hoffen „wollen“!
Viktor E. Frankl, Der leidende Mensch
Am Rande einer Kulturveranstaltung zu Beginn des zu Ende gehenden Jahres wurden einige Teilnehmer von einem Reporter eines Society-Magazins gefragt, ob sie angesichts der vielen Herausforderungen und Krisen, die das kommende Jahr mit sich bringen könnte, optimistisch seien – und was sie persönlich vom neuen Jahr erwarten.
Alle Befragten haben sich spontan als „optimistisch“ bezeichnet und glaubhaft versichert, dass sie als „positive Menschen“ mit viel Zuversicht und Hoffnung auf die kommenden Monate blicken.
In der Logotherapie sind Hoffnung und Zuversicht jedoch weit mehr
als eine „positive Einstellung“ – und deutlich mehr als purer Optimismus.
Sie entspringen nicht der Psyche, sondern sind auf der geistigen Ebene verankert.

Viktor Frankl hat diese geistige Dimension – gemeinsam mit Kategorien wie Willenskraft, Wertesichtigkeit, Spiritualität, Liebe, Humor und Kreativität – als eine „spezifisch humane Eigenschaft“ beschrieben. Sie erlaubt es jedem Menschen, eine bewusst gewählte Haltung einzunehmen. Dazu zählen auch eine hoffnungsvolle Haltung und eine zuversichtliche Einstellung, mit denen wir unseren Befindlichkeiten, Umständen und selbst körperlichen Zuständen jederzeit begegnen können.
Wenn wir etwas Sinnvolles im Leben anstreben und auf dessen Erfüllung hoffen, verwandelt sich Hoffnung in eine sinn-volle Haltung: in Zuversicht.
Von der Sinnhaftigkeit unseres Tuns überzeugt zu sein, macht uns stark und widerstandsfähig. Es trägt dazu bei, unsere als sinnvoll erachteten Ziele auf unserem Lebensweg – von Zuversicht getragen – verwirklichen zu können.
Diese bewusste Haltung gibt uns nicht nur Kraft und macht uns stressresistenter, sondern kann nachweislich auch unser Immunsystem und unsere Gesundheit stärken.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen – in guten und vor allem in schwierigen Zeiten –
viel Hoffnung und eine bewusst hoffnungsvolle Haltung.
In dem Vertrauen darauf, dass diese aus der geistigen Dimension heraus immer möglich ist und immer sinnvoll ist.
Möge uns das gelingen – denn es ist nicht nur zutiefst und „spezifisch“ menschlich und sinn-voll,
sondern für ein gelingendes Leben (fast) alternativlos… 😉
Klara Zinke
und lebenswichtige Funktion.
Nicht immer lassen sie sich deutlich voneinander abgrenzen, weil sie uns erst gemeinsam ermöglichen,
den gegenwärtigen Moment ohne Angst zu erleben.
Hannah Arendt hat darauf hingewiesen,
dass wir gerade deshalb in jedem Moment hoffen dürfen, weil wir handlungsfähig sind, und daher zu einem neuen Anfang etwas beitragen können.“