Mit Freude Spielräume entdecken
Der Mensch behält seinem Schicksal gegenüber
einen Spielraum freier Gestaltungsmöglichkeiten
Viktor E. Frankl
Wofür brauche ich Spielräume?
Der große Irrtum unserer Zeit ist, dass viel zu oft verkündet und verlangt wird, man müsse alles aus eigener Kraft schaffen. Dieser Anspruch ist eine Überforderung und führt zu viele direkt in verzweifelte Lethargie. Der körperlichen Erschöpfung folgt oft die geistige Interesselosigkeit und so entsteht die Verführbarkeit, diversen Ratgebern zu folgen. Die Verführbarkeit liegt vor allem im Versprechen des garantierten Erfolges.
Lassen Sie sich nicht einlullen und vor allem vertrauen Sie nicht jenen Ratgebern, die versprechen, dass „alles leicht geht“. Kein Mensch kann auf Dauer im Paradies leben und niemandem fällt alles leicht.
Kaum etwas beeinflusst und belastet uns mehr als die permanente Sichtweise auf das Ergebnis. Wenn ich mich bemühe, dann muss es doch gelingen! So geht Leben nicht!
Ich brauche einen Spielraum, in dem mir bewusst wird, dass ich gewinnen oder verlieren kann. Eine Garantie auf Erfolg gibt es nicht!
Wie gestalte ich meinen Spielraum einer Welt, die ständig Rezepte und Vorschriften für die Gestaltung jeder Lebenslage zur Verfügung stellt?
Am Beginn des Neuen Jahres könnten wir uns mit liebevoller Einsicht begegnen. Eine gute Einsicht schenkt schöne Aussichten und liebt die Heiterkeit, denn für wünschenswerte Ideale und zauberhafte Ziele brauchen wir Humor. Vieles wird gelingen, doch nicht alles und das Misslingen liegt nicht an mangelndem Bemühen, sondern an der Begrenztheit von Raum und Zeit. Dabei spielt nicht nur die Zeit eine Rolle, sondern unsere Energie, die nicht jeden Tag gleich hoch ist.
Allein diese Tatsache, dass unsere körperliche Kraft und unsere seelische Offenheit von Tag zu Tag wechselt, könnte einige trösten.

Jedes Spiel hat bestimmte Regeln und wer mitspielt, sollte die Regeln kennen, sonst ist er ein Spiel-verderber. An den Karten, die wir bekommen, können wir nichts ändern. Doch wie kreativ wir damit spielen, liegt an uns.
Für das Leben gibt es auch Regeln und eine alt bekannte lautet: Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.
Diese Regel kennt: Lebensfreude, Mitgefühl, Trost, Verständnis, Schutz der Schwachen und die Revolte gegen die Tyrannen.
Wofür will ich mir Zeit nehmen und wofür nicht?
Was macht mir Freude?

Dem Menschen ist es nicht möglich
„Vorsätze“ zu lieben.
Lieben können wir nur Werte, die uns am Herzen liegen:
Menschen, Musik, Literatur, Natur und vieles mehr.
Musik hören und sonst nichts tun
Ein Buch lesen und darin „versinken“
Natur beim Wandern wahrnehmen
Sternenhimmel betrachten
Liebe Leute zu guten Gesprächen einladen
Ist es besonders schön, dann wissen wir am wenigsten zu beschreiben, wie das Miteinander eines wunderbaren Abends gelungen ist.
Während die Belehrung nichts von Begeisterung weiß, kennt die gängige Moral nichts vom ehrlichen Bemühen eines Menschen. Der Verdacht, der heute Hochsaison hat, weiß nichts vom intensiven Berührtsein und von der Mühe für eine gute Sache. Besserwisser wissen nichts von jener Lebendigkeit, welche den Ideenreichtum und die Kreativität beflügelt und das Leben so lebenswert macht.
Einige Menschen können nicht mehr wahrnehmen, was ihnen Gutes widerfährt, da sie ein Aktionismus gefangen nimmt, der gründliches Nachdenken und das Innehalten verhindert.

Kenne ich mein privates Weltkulturerbe?
Jede und jeder begegnet im Laufe seines Lebens einer Fülle von Menschen und erlebt eine Vielfalt von Situationen und Dingen, die kaum zu fassen ist.
Es ist sinnvoll ganz bewusst einige Erinnerungshilfen anzulegen. Tagebuch schreiben oder Fotos aufhängen oder Zitate, die eine ermutigende Wirkung haben.
Sind dies nicht die großartigsten Möglichkeiten eines Menschenlebens? Wären nicht auch Sie – ganz spontan – gewillt zu sagen:
JA! Das ist es! Das wäre es?
Vor einigen Jahrzehnten wurden diverse Methoden des Zeitmanagements als das Ideal propagiert, um sein Leben zu planen. Wie das mit Idealvorstellungen ist, stört das Leben die vorgestellten Ideale. Das Wohlbefinden ist auch ein Idealzustand, von dem viele meinen, man könne ihn mit exakter Planung erreichen. Wohlbefinden ist kein Ziel, sondern Effekt, also die Folge von dem, wie man selbst lebt. Das Leben selbst überrascht uns alle immer wieder und hält sich nicht an unsere Planung. Wo das Programm des Wohlbefindens zur Selbstverständlichkeit wurde, muss alles, was dieses Wohlfühlen stören könnte, bekämpft werden.
Meistens sind es festgeschriebene Programme und zu enge Vorstellungen, welche das Wohlbefinden verhindern.
wenn die Nöte unserer Zeit überwunden werden sollen.
Und dazu brauchen wir nicht so sehr neue Programme,
wie – eine neue Menschlichkeit!