
LIEBE! EIN AUFRUF
„Ich möchte dazu aufrufen, leidenschaftlich für Gemeinsinn zu kämpfen,
für Verbundenheit, und ja, unbedingt
für eine Politik der Liebe.“ Rückseite des Covers
Daniel Schreiber beschreibt in einer betroffenmachenden Weise die „allgemeine Situation unserer Gesellschaft“. Da man weiß, er würde kein Buch ohne tröstende Ermutigung schreiben, die herausfordert, liest man wie in einem Krimi, wann regt er uns an. . .
„Ich möchte dazu aufrufen, die eigene Empörung über die Menschen auf der vermeintlich gegenüberliegenden politischen Seite zu überwinden und der Strategie der gesellschaftlichen Spaltung den Boden zu entziehen.“
Dazu erwähnt er Hannah Arendt, Martin Luther King, Erich Fromm und einige andere, die schwere Zeiten erlebt haben. Sie können für uns heute Orientierung bieten für eine liebesfähige Gesellschaft. Beginnen muss jede und jeder bei sich selbst.
Wo war ich stehen geblieben?
Grübeleien und Geistesblitze
Cordula Stratmann ist Familientherapeutin und Komikerin, Schauspielerin und Schriftstellerin. Ihr neues Buch schätzen wir besonders für die Klarheit mit Humor.
Frau Stratmann hat für die Struktur ihres Buches das Alphabet von A – W gewählt.
Zu E wie Elternschaft schreibt Cordula Stratmann:
Wir haben eine Kernaufgabe, wenn wir Kinder „erziehen“, wenn wir sie bis zu ihrer vollständigen Ablösung von uns auf diese Welt vorbereiten und zu einem teilhabenden Mitglied der Gesellschaft prägen wollen; wenn wir unsere Kinder eines Tages halbwegs krisenfest in ihr Eigenleben entlassen wollen, brauchen sie dies von uns:
Du trägst alles in dir damit dein Leben gelingt. Ich vertraue dir.
Das ist die Grundnahrung, die wir unseren Kindern zu geben haben.
Cordula Stratmann hat nicht nur die Fähigkeit, Herausforderungen mit einem wunderbaren Humor zu vermitteln, sondern sie rät zu „ermunternden verbalen Poklapsern“.
„Die Vorstellung, dass schlechte Laune eine natürliche Reaktion auf schwierige Zeiten ist, halte ich für falsch. Wir können es uns nicht leisten, uns in Selbstmitleid einzurichten.“
Im Podcast „Blaue Couch“ spricht Cordula Stratmann mit Thorsten Otto


Rückkehr zum Psychologismus?
Zur Aktualität von Viktor Frankls
Kritik an Alfried Längle
„Immer war der Mensch zwar mehr als ein Nichts. Immer war er aber „nichts als“ ein Etwas, das sich vom Biologischen, Psychologischen, Soziologischen her restlos erklären lässt.
Und immer hat solcher Biologismus, Psychologismus, Soziologismus wider das Geistige im Menschen gesündigt.
All diese Menschenbilder bedrohen den Menschen selbst, sie gefährden ihn insofern, als er niemals imstande ist, von solchen Konstruktionen her zu einem Humanismus zu gelangen.“ So schrieb Viktor Frankl in seinem Buch „Der leidende Mensch“
Alexander Batthyány, der Leiter des Viktor Frankl Instituts in Wien und Anna Kalender haben sehr wertschätzend und vor allem akribisch genau, die gravierenden Unterschiede zwischen der Existenzanalyse und Logotherapie von Viktor E. Frankl und der modernen Existenzanalyse nach Alfried Längle herausgearbeitet.
Das Buch ist für alle Interessierte ein Segen, die schon lang darauf warten, die wesentlichen Gegensätze verstehen zu wollen.
„Wer die Position der Existenzanalyse verstehen will, der muss ihre Ausgangsposition kennen. Die Ausgangsposition der Existenzanalyse war jedoch eine Op-Position, und zwar eine Opposition gegen den Psychologismus innerhalb der Psychotherapie.“
Viktor E. Frankl, Der leidende Mensch, Bern 1984, 176
Eine ausführliche Zusammenfassung finden Sie auf unserer Homepage
FEIGHEIT
Im Nachwort zu ihrem neu erschienenen Buch „Feigheit“ schreibt Heidi Kastner:
„Feigheit ist keine Primäremotion, sondern ein vielschichtiges und vielgestaltiges Phänomen, das sich fast immer aus mehreren rationalen Komponenten zusammensetzt: Angst, Unsicherheit, Gier, Egozentrik, Mangel an Mitgefühl, Ignoranz, Mangel an Schamgefühl, Trägheit, Dummheit, Korpsgeist und andere mehr.“
Wie bereits ihr Buch „Dummheit“ nimmt Heidi Kastner Bezug auf das derzeitige Geschehen in der Welt und im persönlichen Umfeld.
Eine besondere Einladung zum Nachdenken ist das Kapitel „Feigheit und Politik“. So beschreibt sie den britischen Außenminister Chamberlain als einen „ehrlichen, prinzipientreuen Mann, der beratungsresistenz war und mit unbeugsamer Sturheit an lebensfremden Sichtweisen festhielt, dass Raubtiere nur im Tierreich vorkamen.“
„Abgesehen vom Tod ist im Leben nur Veränderung mit Sicherheit erwartbar. Sich diesen Veränderungen nicht zu stellen, ist eine Form von Feigheit, die sich in erster Linie auf das eigene Leben nachteilig auswirkt.“ Seite 47


ORGANISCH
Giulia Enders ist vielen in guter Erinnerung aufgrund ihres Buches „Darm mit Charme“. Fast fünf Jahre hat sie an ihrem neuen Buch geschrieben und widmet sich darin der Lunge, dem Immunsystem, der Haut, de Muskeln und dem Gehirn.
Wesentlich geht es ihr darum, dass Menschen ohne Medizinstudium ihren Körper besser verstehen und ihre Wahrnehmung verfeinern. Wie unser Nervenkostüm gestrickt ist und wie viel unser Lunge leistet und wozu der Atem befähigt, ohne zusätzliche Tipps von Coachs, welche ausschließlich die Fitness im Blick haben.
Im Podcast des Spiegel „Smarter leben“ spricht Giulia Enders: Wie wir unser Innenleben verstehen lernen.
im Podcast „Blaue Couch“: „Wir meinen oft, wie müssten wie eine Maschine funktionieren.“
Wer ihren Slam zu „Darm mit Charme“ noch nie gesehen hat, sollte sich 12 Minuten Zeit nehmen und zuhören und zuschauen, die Cartoons ihrer Schwester sind genial.

DIGITALE ETHIK
Sarah Spiekermann leitet seit 2009 den Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Gesellschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien. Ihre berufliche Karriere begann sie im Silicon Valley.
Sie schildert in Ihrem Buch nicht nur mit großem Spezialistenwissen den Wert der Künstlichen Intelligenz, sondern schreibt immer wieder ermutigende Plädoyers für den Menschen, seine Würde, sein Mitgefühl und seine Fähigkeit Zusammenhänge zu erfassen.
Sie wehrt sich gegen die Überzeugung jener, die Menschen ständig optimieren wollen.
„Die meisten Menschen sind gar nicht egoistisch. Im Gegenteil, sie widmen den größten Teil ihres Lebens anderen, sei es als Eltern, Freunde, Eheleute, Mitarbeiter in Unternehmen und staatlichen Behörden oder als Ehrenamtliche. Wir haben einen natürlichen Hang, das Gute und Schöne zu bevorzugen, und begegnen unseren Mitmenschen in der Regel vertrauens-voll und mit einem Sinn für Fairness.
Uns von diesem Wissen über uns selbst und von unserem Vertrauen in die Menschlichkeit abzubringen und in so einem erbärmlichen Licht zu sehen, empfinde ich schlichtweg als negative Höchstleistung unserer Geistesgeschichte. Wie konnte es nur dazu kommen, dass viele die menschliche Natur derart infrage stellen, dass sie Fortschritt darin sehen, den Menschen zu „enhancen“ oder sogar durch eine neue Generation Cyborg abzulösen?(Seite 168)
SPAZIERGANG AM MEER
„Doch Leidenschaft bleibt nur ein hochtrabendes Wort, wenn man verschlossen und nicht offen ist. Denk immer daran Liebes, dass Theorie ohne Handeln überhaupt keine Stärke hat.“
Dieses kleine Taschenbuch inspiriert – also beflügelt – durch die Lebenserfahrungen einer 90-jährigen. Zum Glück ist es antiquarisch erhältlich!
Die Dialoge in diesem Buch lesen sich wie wärmende Worte einer lieben Freundin:
„Die Tatsache, dass man jeden Tag etwas Neues lernt, war mir nie in den Sinn gekommen, und dazu macht es auch noch Spaß! Also rate ich dir, gut auf dich aufzupassen und alt zu werden.„
„Es kommt nicht darauf an, wie viel Zeit man auf der Erde lebt, sondern wie viel man aus dem Gedankenstrich macht. Denk nur, wenn du so alt wie ich werden solltest, bleiben dir noch gute vierhundertachtzig Monate – viel Zeit, deinen Gedankenstrich zu füllen.„


DENNOCH SPRECHEN WIR MITEINANDER
Stephan Lamby ist Autor, Journalist und Dokumentarfilmer im Reich der Politik und das, was er zu sagen hat, ist lesenswert, sehenswert UND – – – es regt zum Nachdenken an!
Hier ist ein Link zu seiner Dokumentation „Vertrauensfrage. . .“
„Lange Zeit galt die Demokratie doch als stabil, als unzerbrechlich, als die durchsetzungsstärkste, flexibelste, kurzum: als die beste Staatsform der Geschichte. Doch so ist es nicht, zumindest nicht mehr. In immer mehr Gesellschaften wird die Demokratie in Frage gestellt, ihre Fundamente werden brüchig. Schrille Außenseiter und neue Formen
der öffentlichen Kommunikation bedrohen das gewohnte politische Gefüge.“
Mehr Phantasie wagen –
Ein Manifest für Mutige
Mit Michael Ende habe die »deutsch-romantische Seele« wieder einen »Dichter, Seher, Helfer, Wegweiser, Sinngeber« gefunden, was von den großen deutschen Nachkriegsautoren keiner sein wollte, schrieb DER SPIEGEL. In einer zunehmend nüchternen, seelenlosen Zeit war es dieser Schriftsteller, der uns die fast verlorengegangenen Reiche des Phantastischen und der Träume zurückgewonnen hat. Michael Ende gab dem allgemeinen Unbehagen gegenüber Technokratie und Rationalismus eine Stimme. Im Sinne der Romantiker wollte er die Welt wieder mit Poesie aufladen und die wunderbare Wirklichkeit zum Leuchten bringen, die hinter den Dingen liegt. Reden, Gespräche, Vorträge und Essays wurden hier zu einem fließenden, funkelnden Text zusammengefügt. Ein ungemein lesbares und anregendes Buch, das uns einen tiefen Einblick in den Gedankenreichtum Michael Endes gibt.


Was kostet ein Lächeln?
Ulrich Schnabel beschreibt in diesem Buch, die Macht der Emotionen in unserer Gesellschaft.
Unter der Überschrift „Netzwerk oder Elementarteilchen“ schreibt Ulrich Schnabel: „Letztlich hängt unser Mitgefühl für andere also auch daran, wie wir uns selbst sehen. Betrachten wir uns als völlig eigenständig und unabhängig, quasi als Elementarteilchen, für die nur die eigenen Wünsche, Probleme und Erfolge interessant sind? Oder sehen wir uns mit anderen verbunden, verstehen wir uns als Teil eines Netzwerks, in dem das Wohlergehen des großen Ganzen ebenso wichtig ist wie die eigene Befindlichkeit – oder sogar wichtiger wird?“
Im Kapitel „Lächeln als Kapital“ schildert er, am Beispiel amerikanischer Stewardessen, wie diese in ihrer Ausbildung gedrillt wurden, sich nicht nur freundlich zu verhalten, sondern sich auch entsprechend zu fühlen. Sie wurden angehalten, die Flugzeugkabine nicht als Arbeitsplatz, sondern als ihr privates Zuhause auszumalen. „Wer seine Gefühle auf diese Weise manipuliert und zweckentfremdet, läuft Gefahr, den natürlichen Zugang zu seinen Emotionen zu verlieren, die doch das innerste Wesen einer Person ausmachen. Noch kürzer gesagt: Wer seine Gefühle verkauft, verliert irgendwann sein Herz.“ Das Buch hat eine Aktualität, die das eigene Leben bereichern kann, sofern man bereit ist über sich selbst nachzudenken und die Schuld am Misslingen nicht ständig anderen in die Schuhe schiebt.
Leider ist es vergriffen. Es ist antiquarisch zu sehr günstigen Preisen erhältlich: LINK zu ZVAB
Als E-Book gibt es das Buch auch.
Es kann nur eine geben
Carolin Kebekus ist eine deutsche Komikerin mit einer eigenen Show im ARD, Autorin, Schauspielerin und Fernsehmoderatorin.
In diesem Buch schildert sie in wie vielen Bereichen, Frauen nach wie vor nicht ernst genommen werden. Die Kritik ist humorvoll, gründlich recherchiert und mit persönlichen Erfahrungen bereichert.
Sehr spannend ist das Kapitel „Prinzessinnen“. Darin schildert sie, was Prinzessinnen können, die in vielen Märchen vorkommen.
„Was kann denn so eine Prinzessin aus einem grimmschen Märchen Besonderes, was man unbedingt auch können will?
Ich sag’s euch: Nix! Absolut gar nix.
Keine Prinzessin in irgendeinem grimmschen Märchen hat irgendeine besondere Fähigkeit oder einen besonderen Charakter. Nichts.
Keine von diesen Figuren bekommt in ihrem Leben irgendwas allein auf die Beine gestellt. Gut, Aschenputtel vielleicht, die schein recht gut putzen zu können, aber die ist ja auch streng genommen noch keine Prinzessin.“
Viel Vergnügen beim Lesen und vielleicht doch mehr Erkenntnis?


Der Trost der Schönheit
– eine Suche
Seit dem Tod ihres Mannes, der nach zehn Jahre in Würde, Wut und Zärtlichkeit gelebten Krankheitsjahren gegangen war, hatte Gabriele von Arnim lange gebraucht, um ihr zerfledderdes Ich einzusammeln, sich als ein Wesen wiederzufinden, das einen eigenen Körper, einen eigenen Atem, ein eigenes Leben haben kann und hat: eine Frau, die – was ich ganz undenkbar schien, als er noch lebte – für sich allein den Balkon wuchernd bepflanzt und glücklich in Baumkronen schaut; die gelernt hat, Schönheit zu wollen, den Trost der Schönheit – nur für sich.
<<Denn wenn ich Schönheit sehe, höre, lese, spüre, dann glaube ich an die Möglichkeiten. An Wege, Räume, Purzelbäume. Der Trost der Schönheit ist vielleicht Eskapismus, aber ganz gewiss auch notwendiger Selbsterhalt. Ist Schutzraum gegen Dämonengezischel aus Kindheit und Gegenwart. Darüber zu schreiben: ein Abenteuer.>>
Über die Heiterkeit . . .
„Ich möchte von einer Sehnsucht erzählen, die mich seit Langem begleitet, der Sehnsucht nach Heiterkeit in meinem Leben.
Und damit kommen Sie uns jetzt?!, wird man sagen. In diesen ernsten Zeiten, in denen wir bedroht sind von Hitze und Dürre, Starkregen und Fluten, vom Klimawandel also, von Putin und von China, vom wirtschaftlichen Niedergang, von den Rechtsradikalen, die alle Masken fallen lassen? Alles ist schwierig, bedrohlich, furchtbar – und da äußern Sie den Wunsch, ein heiterer Mensch zu sein?
Genau, sage ich, deswegen ja.
Wenn ich das Wort heiter höre, denke ich immer zuerst daran, wie gern ich ein heiterer Mensch wäre, gelassen, entspannt, leicht durch die Tage schwebend. Ich denke an den Neid, den ich empfinde, wenn ich Menschen begegne, die sich so im Leben bewegen. Wie kommt es, frage ich mich, dass ich zwar heitere Texte zu schreiben imstande bin, dass mir aber jegliche Leichtigkeit im Alltag schwerfällt? Dass mich meine Frau immer wieder morgens daran erinnern muss, wie viel besser das eigene Lebensempfinden ist, wenn man die Mundwinkel nach oben zieht, statt sie hängen zu lassen – und dass ich mich immer wieder wegen Dingen sorge, die noch nicht geschehen sind und vielleicht nie geschehen werden. von Logik, die wir in der Schule gelernt haben, keine Gültigkeit hat.“
Mit freundlicher Genehmigung von Axel Hacke


Sinn, Freiheit und Verantwortung
Der weltberühmte Arzt und Psychologe hatte eine unerschütterlich optimistische Sicht auf den Menschen. Egal welche Umstände, Erbanlagen oder äußeren Einflüsse wir vorfinden: Das Wesentliche des Menschen ist seine Freiheit, und Sinn und Verantwortung, wie wir mit unserem Leben umgehen, liegen in unserer Hand. Frankls Nachdenken über die Folgen unserer Freiheit sind hoch aktuell: Wie sehr nehmen wir Einfluss auf die eigene Lebensgestaltung? Ergreifen wir Möglichkeiten und gestalten sinnvolle Gegenwart? Und achten wir dabei die Würde anderer und tolerieren ihre Ansichten?
Drei der vier Texte wurden noch nie in einem Buch veröffentlicht. Es sind Gespräche und Vorträge aus dem Viktor Frankl-Archiv in Wien, die die ganze Wucht von Frankls Denken über Freiheit, Sinn und Verantwortung anschaulich machen. Für Frankl-Kenner, aber vor allem auch für Frankl-Entdecker:innen. Diese zum Teil wiederentdeckten philosophisch-psychologischen Texte sind von großer Wucht, sie sind Hoffnung und Trost, Mahnung und Warnung zugleich.
Das Lächeln der Senoi
Was es bedeutet, ein Mensch zu sein
Robert Wolff, ein amerikanischer Psychologe war mit einem Team in Asien, um wissen-schaftliche Untersuchungen zu machen. Dabei erlebte er was wir durch den technischen Fortschritt verlernt haben und von den Senoi lernen könnten: „Leben ist ein Balance-Akt in einer sich ständig verändernden Umwelt. Die große Zahl an Alternativen führt bloß dazu, dass wir sie alle abwerten. Stress ist der Preis, den wir für den Überfluss zahlen – ein Überfluss, der am Ende doch nicht mehr bedeutet als eine Flut von Wahlmöglichkeiten, die immer mehr an Bedeutung verlieren.“
„Doch tief verwurzelte Ansichten über das Essen, oder überhaupt über irgendetwas, verändern sich nicht, nur weil man jemandem sagt, er solle dies oder jenes tun. Wer in westlichen Universitäten geschult wurde, wo Wissen in isolierten Teilwahrheiten vermittelt wird, lernt beim Kontakt mit der Realität sehr bald, dass für die meisten Menschen die Art von Logik, die wir in der Schule gelernt haben, keine Gültigkeit hat.“


Wie Bildung gelingt
Dieses Buch liest sich deshalb so leicht, weil es Gespräche sind.
„Wir sind lebendig und können uns entwickeln und müssen uns nicht optimieren lassen wir eine Maschine. Unser Verstand ist keine Maschine, kein totes Instrument, das erst geschärft werden muss, bevor wir es benutzen können. Diese Analogie zwischen verbesserbarer Maschine und verbesserbarem Verstand muss ich nachdrücklich anprangern. Sie ist eine der fatalsten, irrigsten und gefährlichsten Konzeptionen, die je Eingang in die Bildungstheorie fand. Der Verstand ist niemals passiv, er ist unaufhörliche Aktivität, feinfühlig, aufnahmebereit, reaktionsfähig. Sie können seine Lebendigkeit nicht aufschieben, bis Sie ihn geschärft haben.“
Erschütterungen
Was unsere Demokratie von außen und innen bedroht »Das neue Buch von Altbundespräsident Joachim Gauck ist eine Kaskade von Weckrufen an die Politik. Die Krise der Demokratie wird scharf und schmerzhaft analysiert.«
Süddeutsche Zeitung, Werner Weidenfeld (14. Mai 2023)
„Ich sehe, wie durch das Internet Zugang zu Wissen und Möglichkeiten der Kommunikation geschaffen wurden, die allen Bürgern zum Vorteil gereichen, gerade auch denen in autoritären Ländern. Ich sehe aber auch, was seit Jahren beklagt wird, dass mit dem Internet nicht nur mehr Dialog entstanden ist, sondern dass Verschwörungstheoretiker, Demagogen oder Trolle, die zuvor kaum wahrgenommen wurden, auf einem Zugang zu einem breiten Publikum erhalten haben. Untersuchungen ergaben, dass ethnische Spannungen, soziale Spaltung und Fremdenfeindlichkeit weltweit umso mehr zunahmen, je verbreiteter die sozialen Medien waren.“


Kraft aus der Tiefe
Viktor E. Frankls hinterließ als Arzt und KZ-Überlebender mit seiner Lehre der Logotherapie und Existenzanalyse ein großes Erbe, das in der psychologischen und medizinischen Forschung sowie in vielen Psychotherapierichtungen Anerkennung findet und in zahlreichen Neuerscheinungen bei Lebensorientierungsbüchern auf ungebrochenes Interesse stößt. Für dieses Buch zum 25. Todestag des großen „Sinnstifters“ hat Inge Patsch Auszüge aus seinen Werken ausgewählt und dazu 25 Sinnimpulse verfasst. Entstanden sind kurze, persönlich gehaltene Texte, die zeigen, wie alltagstauglich Frankls Sinnlehre besonders in unserer Zeit ist. Die Tirolerin, die im Frühjahr 2022 ihren 70. Geburtstag feierte, blickt als Logotherapeutin und Autorin auf eine langjährige Erfahrung zurück, mit der sie Menschen ermutigt, zu sich selbst und zum Leben JA zu sagen.
Der unendliche Augenblick
Ein neuer Lebensabschnitt, eine gesellschaftliche Krise oder die Geburt eines Kindes: Wenn sich Dinge verändern, fühlen wir uns oft verunsichert. Denn wir müssen Abschied nehmen von Vertrautem, haben aber noch keine Vorstellung davon, was an seine Stelle treten wird. Die Philosophin Natalie Knapp plädiert dafür, Umbruchsituationen oder Schicksalsschläge nicht möglichst schnell hinter sich lassen zu wollen, sondern sie auf eine neue Art wertzuschätzen. Denn es sind Phasen, in denen das Leben mit besonderer Intensität spürbar wird. Sie aktivieren unser schöpferisches Potenzial und lassen uns Entdeckungen und Erfahrungen machen, die uns in ruhigeren Jahren Halt und Richtung geben.


Zuversicht
„Mitunter gibt es Situationen im Leben, in denen alles positive Imaginieren nichts hilft und auch die zuversichtliche Herangehensweise nichts an einer traurigen Tatsache ändern. Wer in solchen Momenten immer noch wohlmeinend dazu rät, doch möglichst positiv zu denken, agiert nicht hilfreich, sondern herzlos. Statt in solchen Situationen den Wert der Zuversicht zu preisen, sollte man lieber den oder die Betreffende in den Arm nehmen, das Leid mittragen und fragen, wie man konkret helfen könne, um wenigstens die Rahmenbedingungen erträglicher zu machen. Diese schlichte menschliche Resonanz ist in vielen Fällen die beste Art, ganz ohne große Worte Trost zu spenden und auf diese Weise die Zuversicht der Menschlichkeit zu vermitteln.“
Hoffentlich
In diesem Buch führt der Autor fiktive Gespräche: mit einem Journalisten, mit einer Therapeutin, mit einer Theologin, mit einem Historiker, mit einem Dichter, mit einer Mystikerin, mit einem Geschichtenerzähler, mit einer Philosophin …
Die Texte machen deutlich, dass die vom Corona-Virus ausgelöste weltweite Krise eine Zeit kreativer Neuaufbrüche sein kann. Billiger Optimismus ist blind und naiv und vorschnell, schreibt Clemens Sedmak, teure Hoffnung hingegen ist „bewohnte Hoffnung“, die mit Leben gefüllt ist: „Die Hoffnung, die wir brauchen, ist wie ein Gemeinschaftsgarten, zu dem alle beitragen können, von dem aber auch alle ernten können.“


Im Grunde gut
Der Historiker Rutger Bregman setzt sich in seinem Buch mit dem Wesen des Menschen auseinander. Anders als in der westlichen Denktradition angenommen ist der Mensch nicht böse, sondern, so Bregman, im Gegenteil: von Grund auf gut. Und geht man von dieser Prämisse aus, ist es möglich, die Welt und den Menschen in ihr komplett neu und grundoptimistisch zu denken. In seinem mitreißend geschriebenen, überzeugenden Buch präsentiert Bregman Ideen für die Verbesserung der Welt. Sie sind innovativ und mutig und stimmen vor allem hoffnungsfroh.
Die Überwindung der Gleichgültigkeit
Mitten im Wohlstand und Überfluss unserer Zeit wuchert ein besorgniserregendes Phänomen: Immer mehr Menschen sind in einer tiefen geistigen und existentiellen Verunsicherung und Entmutigung gefangen. Sie ziehen sich aus dem Leben zurück und suchen Ersatzbefriedigung im reinen Konsum oder in bedenklichen Massenbewegungen. Dem materiellen Wohlstand steht mit anderen Worten eine geistig-existentielle Verarmung gegenüber. Einige der Symptome: Menschen verlieren Zugang zu den eigentlichen Werten des Lebens. Wo Zusammenhalt und persönliche Verantwortung unsere Rettung wären, ziehen Kälte, Isolation, Vereinsamung, Entmutigung und Gleichgültigkeit ein.


STEHAUFMENSCH!
„Stehaufmensch“ – der Begriff passt auf kaum einen anderen so sehr wie auf Samuel Koch. Wer nach einem Schicksalsschlag wie dem Unfall bei „Wetten, dass..?“ nicht den Lebensmut verliert, muss wohl das Geheimnis der Resilienz kennen – der inneren Widerstandsfähigkeit, die gerade in aller Munde ist. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Erfahrungen und unzähligen Gesprächen mit Todkranken und Topmanagern, Flüchtlingen und Häftlingen wirft Samuel Koch spannende Fragen auf: Was gibt Menschen wirklich die Kraft, immer wieder aufzustehen? Kann man Resilienz lernen und wenn ja, braucht es dazu vielleicht andere Ansätze als bisher gedacht?
Kompetente Unterstützung auf der Spurensuche bekommt Samuel Koch durch den bekannten Hirnforscher Gerald Hüther. Ein Buch, das inspiriert, die eigene „Stehaufkraft“ zu finden!
… Trotzdem Ja zum Leben sagen
Mehrere Jahre musste der österreichische Psychologe Viktor E. Frankl in deutschen Konzentrationslagern verbringen. Doch trotz all des Leids, das er dort sah und erlebte, kam er zu dem Schluss, dass es selbst an Orten der größten Unmenschlichkeit möglich ist, einen Sinn im Leben zu sehen. Seine Erinnerungen, die er in diesem Buch festhielt und die über Jahrzehnte Millionen von Menschen bewegten, sollen weder Mitleid erregen noch Anklage erheben. Sie sollen Kraft zum Leben geben.


Dummheit
„Dummheit begegnet uns in vielerlei Form – doch woran kann man sie erkennen?“ Was haben so unterschiedliche Dinge wie „alternative Fakten“, menschenleere Begegnungszonen in Satellitensiedlungen und Schönheits-OPs als Maturageschenk gemeinsam? Heidi Kastner wagt sich an den aufgeladenen Begriff der Dummheit und betrachtet sowohl die sogenannte messbare Intelligenz (IQ) sowie die „heilige Einfalt“ und die emotionale Intelligenz, deren Fehlen immensen Schaden anrichten kann.
Factfulness
Die Tests des genialen Statistikers und Wissenschaftlers Hans Rosling haben es vielfach belegt: Viel zu viele Menschen haben ein völlig verzerrtes, meist allzu düsteres Bild von der Welt. Diese Sichtweise beeinflusst nicht nur ihr Denken, sondern auch ihr Handeln – und zwar nachteilig. Doch Rosling zeigt: Fakten helfen.


Ich bin hier, und alles ist jetzt
Wie Victor Frankl in „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ weist uns Edith Eger durch ihr persönliches Schicksal und anhand von Fallbeispielen aus ihrer therapeutischen Praxis den Weg, wie wir uns aus dem Gefängnis unserer eigenen Psyche befreien können, indem wir uns bewusst machen: Wir haben immer eine Wahl im Leben.
Das Buch wurde neu aufgelegt und ist auch unter dem Titel „In der Hölle tanzen“ verfügbar