Beiträge mit Sinn

Von der inneren Gastfreundschaft



Innere Gastfreundschaft hat mit Interesse zu tun, mit Empfindsamkeit und jener Offenheit, welche nicht sofort nach einer Handlungsanweisung sucht.
Menschen brauchen Vorbilder im Sinne von Orientierung und Ermutigung. Vorbild bedeutet, sich von der Art der Lebensweise eines anderen berühren zu lassen. Besonders berühren Menschen, die schwierige Situationen tapfer bewältigt haben.
Gerade in schwierigen Zeiten sind Gedanken anderer oft ein Segen. Menschliche Größe zeigt sich meistens in einer Niederlage. Menschliche Größe ist die Fähigkeit, an Idealen und Werten festzuhalten, obwohl es schwer fällt.
Es gibt Situationen im Leben, in denen man sich selbst entlasten muss und vor sich selbst flüchtet. Wer es bereits erlebt hat, weiß wie unerträglich es sein kann, in sich selbst keinen Ausweg zu finden. In solchen Stunden tut es einfach nur gut, Texte von anderen zu lesen, die ähnliches erlebt haben müssen, sonst könnten sie nicht darüber schreiben.



Innere Gastfreundschaft ist ähnlich wie eine Tasse Tee, die den Körper wärmt.
Innere Gastfreundschaft bedeutet auch, sich der Persönlichkeit eines Menschen ausliefern. Vielleicht war er auf seine Weise ein Genie und selbst erreicht man nicht, was man sich vorgenommen hat. Doch Zustimmung und Ablehnung der Person stehen nicht im Vordergrund. Es kommt darauf an, mit einer oder mehreren großen Seelen in Berührung zu kommen.
Wer jedoch keine anderen Meinungen mehr erträgt und hundertprozentige Sicherheit will, der ist weit entfernt von Berührbarkeit. Bei vielen geht es um alles oder nichts. Wer nicht mitmacht, wer anders lebt, gehört nicht dazu.

Es gibt Dinge im Leben, die wir nicht reparieren oder rückgängig machen können. Im Angesicht von Veränderungen und Verlusten können wir nur in uns selbst, eine Haltung entwickeln, die uns das Leben bejahen lässt.
Eines der wichtigsten Dinge ist Vertrauen. Vertrauen in andere Menschen und ins Leben selbst. Wir sollten für uns einen seelischen, einen geistigen, einen spirituellen Weg finden, dieser Welt zu begegnen, in dieser Welt zu leben, auch wenn wir uns wünschen, dass diese Welt anders sein möge.

Scroll to Top